Die Saisongärten 2022 sind eröffnet

Zum dreizehnten Mal werden auf dem Oberfeld die vorbereiteten Gärten an ihre Saisongärtnerinnen und Saisongärtner übergeben. Was 2010 mit 50 Gärten begann, erfreute sich immer größerer Beliebtheit. In diesem Jahr sind es rund 500 kleine und große Parzellen, in die wir bereits 18 verschiedenen Gemüsearten inkl. Kartoffeln gepflanzt bzw. eingesät haben. Von der Möhre zum Salat, von den Bohnen bis zum Rotkohl – es ist eine bunte Mischung, die von den Gärtner*innen im Laufe der Saison noch ergänzt wird.

Bisher waren die Saisongärten auf einjähriges Gemüse beschränkt. Das wird sich nun ändern. Alle Parzellen wurden um Obstbäume und Beerensträucher ergänzt. Die Halbstämme und Sträucher stehen in langen Doppelreihen, zwischen denen in Zukunft weitere Kulturen angebaut werden können. Dazu wurden in den vergangenen Monaten rund 700 Obstbäume acht verschiedener Sorten und 1400 Obststräucher (Johannisbeere, Stachelbeere, Himbeere) gepflanzt. Dazwischen stehen 700 Laubbäume, sogenannte „Mutterbäume“, die zunächst helfen, dass sich die Kulturgehölze besser etablieren können. Sie werden später für Laubheu, Streu, Energieholz, Wertholz genutzt oder als Übersteher Schatten spenden.

Die meisten Obstbäume werden mit einem Pfahl gestützt und haben bereits ihren „Pflanzschnitt“ erhalten. In den nächsten Jahren werden die Bäume von uns weiter „erzogen“, so dass z.B. die Leitäste die richtige Richtung und Neigung ausbilden, der Stamm die richtige Höhe vor der ersten Verzweigung hat und die Krone so entwickelt wird, dass auch später das Sonnenlicht alle Äste erreicht.

Die Obstanlage wird mit einer sparsamen Tröpfchenbewässerung versehen, damit sie auch die zunehmenden Trocken- und Hitzeperioden gut überstehen kann. Neben den Früchten haben die in Süd-Nord-Richtung verlaufenden Baumreihen noch weitere Vorteile. Sie bremsen den vorwiegenden Westwind oder auch die oft trockenen Ostwinde und helfen so, die Winderosion zu vermeiden. Sie spenden in Zukunft Schatten und bewirken so ein kühleres, feuchteres Mikroklima, was im Sommer auch den benachbarten Kulturen zugutekommt. Schließlich können sie durch tiefreichende Wurzeln Nährstoffe und Wasser auch aus dem Unterboden erschließen.

Die Kombination von Gehölzen mit Gemüse oder Ackerkulturen ist ein Ansatz in der Anpassung an ein wärmeres und von stärkeren Wetterextremen geprägtes Klima und gilt durch die zusätzliche Bindung von CO2 auch als effiziente Klimaschutzmaßnahme. Schließlich bieten sie Lebensraum für viele weitere Arten, die auf einer reinen Ackerfläche nicht zu finden sind.

Freilich wird es je nach Baumart noch 2-4 Jahre dauern, bis der erste Ertrag zu erwarten ist, die Sträucher werden aber schon bald die ersten Früchte tragen.

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