Hitze & Dürre am Oberfeld

...unsere Region hier in Südhessen hat es mal wieder mit am härtesten getroffen. Seit Wochen gab es keinen nennenswerten Regen mehr und die Bodenreserven sind bereits seit 2018 aufgebraucht. Unterdurchschnittliche Regenmengen, bräuchten überdurchschnittlich viel Regen, um die Reserven im Gesamtboden wieder aufzufüllen. Viel Regen hatten wir aber seit Jahren nicht mehr und dazu steigende Hitzetage. Wir befinden uns in einer Extremwetterlage vergleichbar mit einem Hochwasser. Hochwasser kommt schnell und geht auch wieder schnell, Dürre dagegen baut sich über mehrere Monate auf (dies ist 2018 passiert) und braucht mehrere Monate mit viel Regen um wieder zurück zu gehen (dies ist seither in Südhessen nicht passiert, Quelle DWD). Wir uns in diesem Zustand seit 2018, auch wenn im Oberboden zeitweise genug Wasser da war. Diese Extremlage für die Natur (zu der wir Menschen ja auch gehören und die wir verursachen) betrifft auch uns Bäuer*innen am Oberfeld ganz stark, denn wir sehen die Auswirkungen auf Boden, Pflanze & Tier jeden Tag. Mit vielfältigen Anbaumethoden, Tieren, Baumpflanzungen & vielem mehr packen wir "Zukunft" gemeinsam mit vielen helfenden Händen an. Denn was wäre, wenn irgendwann in der Zukunft Lebensmittel nicht mehr immer billiger werden, umso größer die Monokulturen waren und umso länger die Ware transportiert wurde? Was wäre, wenn Ausbeutung von Boden, Pflanze, Tier & Mensch nicht mehr einfach den Preis drücken würde? Na, dann haben wir mit all den anpackenden Händen hier bereits mehrere tausend Bäume gepflanzt, Gemüsegärten beackert, Tiere hier angesiedelt, die ohne Kraftfutter auskommen und schonende Anbaumethoden verfeinert! Dann wird es noch wichtiger sein, dass Lebensmittel vor Ort und nicht irgendwo auf Kosten anderer produziert werden. Wird das in Zukunft am Oberfeld ohne Bewässerung gehen? Und wenn nein, wo kommt das Wasser her, wenn jetzt schon nicht mehr genug da ist? Fragen, die uns gestellt werden und die wir uns stellen...
Zurück zum Alltag: die Kühe sind im Stall und genießen den Schatten und die Kuhdusche.. Das Futter, das sie fressen ist eigentlich für den Winter gedacht. Die Hühner sind vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung aktiv und schlüpfen mittags in den Stall oder unter schattige Büsche. Die Gänse stecken den ganzen Tag den Kopf ins Wasser, für "Gänsemarsch" ist es zu heiß. Junge Bäume rund um den Hof & auf dem Oberfeld würden ohne unser Gießen eingehen. Wir hoffen auf viel Regen im Herbst!

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