Nur Geduld, mit der Zeit wird aus Gras Milch

Zwei Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche weltweit sind Grünland, also Weide oder Wiese. Dazu kommt noch das wertvolle Klee-Luzerne-Gras, dass in der Ackerfruchtfolge die Böden wieder regeneriert. Gras, Klee und Luzerne eignet sich nicht für die menschliche Ernährung, höchstens unberührte Löwenzahnblüten und ein paar Blätter Pimpinelle kann man mit Genuss zu sich nehmen, aber nicht hektarweise Gras, Luzerne und Rotklee. Nicht einmal die Bakterien in den modernen Biogasanlagen sind erpicht auf das Gras von Wiesen. Um Grünland und Kleegras für unsere Ernährung zu nutzen, brauchen wir also einen Umweg, der seit vielen Jahrtausenden funktioniert: Allein Wiederkäuer sind im Stande dieses Gras in Fleisch und Milch zu verwandeln. Dazu liefern sie noch den an die Fläche angepassten Mist. Fleisch und Milch von artgerecht gehaltenen und ausschließlich mit Grünfutter gefütterten Wiederkäuern ist deswegen unübertroffen nachhaltig. Und ein Kuhfladen aus 100 Prozent Abbauresten von Gras und Klee ist das Höchste! Mit Boden & Pflanze im Einklang sein kann das liebe Rindvieh aber nur, wenn die Tieranzahl zur Landfläche passt und kein Futter in den Hof "importiert" wird. Politiker handelt jetzt! Bei Milch aus Gras habe ich Geduld, bei Landwirtschaftspolitik auf Kosten zukünftiger Generationen keine mehr.

Text: Ursula Klement, MUH; modif. K. Goebel

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