Den Boden gesunden und verlebendigen…

ist unser großes Ziel im Ackerbau. Nach jahrzehntelanger intensiver, konventioneller Landwirtschaft waren die Böden bei der Umstellung auf biologisch-dynamische Landwirtschaft im Jahr 2006 in einem schlechten Zustand. Intensiver Zuckerrübenanbau und keine Zeit zur Erholung hatten den Humus verbraucht, zurück blieben sandige, strukturarme Felder. Humus wieder aufzubauen und dadurch den Boden wieder zu beleben, ist nun unsere Aufgabe. Eine weite Fruchtfolge, also möglichst lange zeitlich Abstände zwischen der erneuten Aussaat der gleichen Kultur, der Mist unserer Tiere, die regelmäßige Anwendung von biologisch-dynamischen Spritz- und Kompostpräparaten und der Anbau von Klee-Luzerne-Gras und Zwischenfrüchten sind dafür sehr wichtig. Dazu trägt aber auch bei, dass wir konsequent auf chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel verzichten.

Von den 150 Hektar, die zum Hofgut gehören, werden etwa 135 Hektar als Ackerland genutzt. Die Lage der Flächen des Oberfeldes, nach einer Seite von der Stadt und nach drei Seiten von Wald umgeben, ist dabei ideal für die ökologische Bewirtschaftung und vor allem für die Vermehrung von Saatgut. Denn die Flächen und ihre Früchte bleiben unbeeinflusst von konventioneller Landwirtschaft und Genmanipulation.

Das Klee-Luzerne-Gras
wächst für zwei Jahre auf dem Acker und dient nicht nur den Kühen als Weide und in Form von Heu als Winterfutter, sondern ist außerdem sehr wichtig für die Stickstoffversorgung der nachfolgenden Kulturen. Denn sowohl Klee als auch Luzerne haben als Pflanzen der Familie der Schmetterlingsblütler die bemerkenswerte Fähigkeit mit Hilfe der sogenannten Knöllchenbakterien Luftstickstoff zu binden und pflanzenverfügbar zu machen. Das Klee-Luzerne-Gras lässt sich also zu Recht als das Basis der Fruchtfolge bezeichnen.

Das Getreide
wird als Futtergetreide für unsere Tiere und als Brotgetreide für die Holzofenbäckerei angebaut. Dabei greifen wir auf biologisch-dynamische oder alte Sorten zurück, die es uns im Gegensatz zu Hybridsorten ermöglichen eigenes Saatgut nachzubauen, um nicht jedes Jahr bei Saatgutfirmen neues kaufen zu müssen. Nicht vergessen gehen darf das Stroh, in der konventionellen Landwirtschaft oft unerwünschtes Nebenprodukt, bei uns aber als Einstreu für die Tiere und damit als Grundlage für den so dringend benötigten Mist sehr wichtig.

Die Erbsen
sind ein wichtiger Bestandteil im Futter unserer Tiere. Als gute Eiweißlieferanten ermöglichen sie es uns auf das Füttern von Soja zu verzichten. Ebenso wie Klee und Luzerne gehören sie zu den Schmetterlingsblütlern, können also auch Stickstoff aus der Luft binden und haben damit eine gute sogenannte Vorfruchtwirkung.

Die Hackfrüchte
wie Kartoffeln, Kürbisse und Möhren lockern die Fruchtfolge auf und wirken durch das häufige Hacken und Häufeln bei der Unkrautbekämpfung auf den Feldern mit. Auch hier setzen wir auf altbewährte oder biologisch-dynamische Sorten, die sich vor allem durch ihren guten Geschmack auszeichnen und deswegen gerne im Hofladen gekauft werden.

Die Blühstreifen
sind einerseits schön für’s Auge, aber auch sehr wichtig für eine Vielzahl von Insekten und Vögeln, die alle eine große Rolle bei der Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts spielen. Praktischerweise finden sich in den Blühstreifen und anderen Landschaftselementen vor allem solche, die Schädlingen in den Kulturen an den Kragen gehen und uns somit helfen auf Insektizide zu verzichten.

Die Saatgutvermehrung und –züchtung
sehen wir als einen wichtigen Bestandteil in der Landwirtschaft, um unabhängig von großen Konzernen mit ihrer gentechnisch veränderten Organismen und Hybridsorten bleiben zu können. Kehren Züchtung und Vermehrung wieder zurück in bäuerliche Hand, können wir wieder selbst bestimmen was wir essen. Der Dinkelzuchtgarten wird als Zweigstelle der Getreidezüchtung Peter Kunz in der Schweiz geführt, Gerste und Weizen werden im Auftrag der Bioland Handelsgesellschaft Baden-Württemberg mbH vermehrt.